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Gerade eben schwitzten die Jugendlichen noch bei den Abiturprüfungen und dann verwandelten sie sich plötzlich in erwachsene Menschen mit Hochschulreife, die ihr Leben künftig außerhalb der Schulmauern verbringen werden. Am 2. Juli 2010 verabschiedete die Europäische Schule München 122 Abiturientinnen in einer ebenso bewegenden wie prachtvollen Feier. Der Ablauf und Programmaufbau der Abiturfeierlichkeiten wurde ursprünglich von dem in den Ruhestand tretenden Direktor, John Peryer, konzipiert und stellt seit vielen Jahren die Krönung der schulischen Laufbahn an der ESM dar. Im Mittelpunkt des abwechslungsreichen Programms steht die Würdigung der Leistung, die die Schülerinnen und Schüler durch fleißiges Lernen und persönlichen Einsatz mit dem erfolgreichen Ablegen der Abiturprüfung erbracht haben.
Zuerst marschierten die Abiturientinnen und Abiturienten, instrumental begleitet von James Readys Big-Band, in die festlich geschmückte Turnhalle ein, bevor sie auf ihren Stühlen platznahmen. Den musikalischen Auftakt bildete der Chor der Höheren Schule unter Leitung von Julie Plugge. In Abwesenheit von Herrn Peryer, eröffnete André Studer, der stellvertretende Direktor der Höheren Schule, mit seiner Begrüßungsrede die feierliche Veranstaltung. Aus terminlichen Gründen konnten in diesem Schuljahr die Vizepräsidenten des Prüfungsausschusses der Zeremonie bedauerlicherweise nicht beiwohnen. So musste das Publikum auf deren Rede verzichten, wurde jedoch von der Ansprache Jean-Pol Robins, dem Vertreter des Europäischen Patentamtes, gänzlich entschädigt. Dieser stellte Herrn Peryer in absentia vor eine „Reifeprüfung“ der besonderen Art. In quizähnlicher Manier stellte er dem Publikum, das Herrn Peryer würdig vertrat, Fragen zum Thema Geschichte und Sport, deren Beantwortung zum „Abiturzeugnis der andern Art“ führten. Angeregt und aufgeheitert, ließ sich weder Jung noch Alt von den gewieften Fangfragen beirren. Das Publikum bewies Wissen und Humor, als es sich einhellig dafür entschied, dass etwa die Oktoberrevolution – anders als der Titel impliziert – im November begann und der 100-jährige Krieg tatsächlich 16 Jahre länger andauerte, als der Name vermuten lässt. So verhalf die ESM-Schulgemeinschaft dem nicht anwesendem John Peryer zu seinem „Reifezeugnis“, welches er wohl nach über 30-jähriger Tätigkeit sowohl als Lehrer und als auch später als Direktor der Schule mehr als verdient hat.
Nach der Überreichung der ersehnten Abiturzeugnisse und der EPO-Preisverleihung, bei der herausragende Leistungen einzelner Schüler gewürdigt werden, übernahmen die Schülersprecher der fünf Sprachsektionen das Podium. Sie ließen es sich nicht nehmen, sich sowohl mit Ironie als auch mit Dankbarkeit von ihren Lehrerinnen und Lehrern zu verabschieden. Als kleiner Wermutstropfen wurde die Tatsache angemerkt, dass die Abiturienten kaum oder nur sehr kurz in den Genuss des stilvollen Neubaus und der exzellent ausgestatteten naturwissenschaftlichen Klassenräume kamen, obwohl sie die jahrelangen Bauarbeiten in voller Länge ertrugen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für ihr Verständnis und Geduld!
Als Absolventen einer Europäischen Schule sind die Abiturienten bestens gerüstet, sich den mannigfaltigen Herausforderungen einer sich konstant verändernden Welt zu stellen und auch in Zukunft offen zu sein, Fremdes zu entdecken und Grenzen zu überwinden. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für den weiteren Lebensweg! |