Kooperation über Grenzen (Plato)

Gesamtprojektkoordinator:
Herr Dr. Klaus Wegmann, Landshut

Projektkoordination:
Jane Krüger, Europäische Schule München (ESM)

Projektleitung:
Tom Høyem, Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe(ESK)
Herr Goth, Direktor des Odsherreds Gymnasium in Dänemark

„Kooperation über Grenzen“ (Plato-Projekt) ist ein internationales, interdisziplinäres Partnerschaftsprojekt der Europäischen Schule München. Acht Schulen arbeiten seit 1996 innerhalb Europas zusammen und organisieren jedes Jahr Veranstaltungen im großen Rahmen. Zu diesen Schulen zählen: das Odsherreds Gymnasium (Asnæs/Dänemark), das Hans-Leinberger-Gymnasium (Landshut/Deutschland), das Lieceul de Arta, das Lieceul Octavian Goga und das Collegiul National Georghe Lazar (alle drei in Sibiu, Rumänien), das Institut Sacré-Cœur der Erzdiözese in Pressbaum bei Wien, Österreich, und die ESM.

Das Projekt wird durch eine jährliche Direktorensitzung bzw. ein jährliches Koordinatoren-Treffen geplant und gesteuert. Diese Sitzung findet immer zeitgleich mit dem jährlichen Symposium für Schüler/innen aus den Partnerschulen statt.

„Kooperation über Grenzen“ umfasst vor allem gegenseitige Schüleraustausche, gemeinsame Unterrichtsprojekte, eine gemeinsame Homepage und die Erstellung von didaktischem und methodischem Unterrichtsmaterial. Außerdem ist der Lehreraustausch in pädagogischer Methodik durch gemeinsame Workshops ein sehr wichtiger Teil des Projektes. Auch ein Verwaltungsaustausch fand mehrfach im Rahmen des Plato-Projekts statt.

Im Schuljahr 2003/4 führte das Institut Sacré-Cœur ein Symposium zum Thema „Europa tanzt“ durch. Je acht Jugendliche aus allen Teilnehmerschulen verbrachten eine schöne interkulturelle Woche mit Tänzen - vom Wiener Walzer über rumänische Volkstänze bis hin zu Rock’n Roll. Das Projekt „Art in Europe“ fand im November 2004 im Odsherreds Gymnasium in Dänemark statt.

Im November 2005 gab es ein weiteres Symposium in Sibiu, Rumänien. Das Thema lautete: „Tourism: Designing a Marketing Concept“. Aus organisatorischen Gründen hat die ESM nicht daran teilgenommen.

Unter dem Motto „Friends Across Borders“ veranstaltete die ESM im November 2006 das Sportsymposium „Sport – München 2006“. Eine aktive Gruppe von Eltern und Lehrkräften organisierte dieses Symposium. Die Veranstaltung bestand aus einer Vielzahl von sportlichen Aktivitäten, die auch die „Friends Across Borders“ -Zeitung (als Download erhältlich, siehe Hyperlink unten) umfasste. Viele Lehrer und Schüler der ESM waren in das Projekt eingebunden.

Die Schüler traten in gemischten Gruppen im Volleyball, Badminton und Staffellauf gegeneinander an. Es standen aber auch noch viele andere spannende Unternehmungen auf dem Programm, u.a. ein Besuch in der Allianz-Arena, Schwimmen im olympischen Schwimmbad, ein Orientierungslauf in der Stadt München und ein Besuch der Bavaria Filmstudios. Die Teilnehmer waren auch als Zuschauer bei einer Trainingsveranstaltung des FC Bayern München anwesend. Die Feier mit festlicher Preisverleihung am Ende der Woche bildete den krönenden Abschluss.

„Zirkus Europa“ lautete der Titel für das Symposium im November 2007 in Landshut. Jede Schule hatte bereits zuvor in Absprache miteinander eine artistische Darbietung ausgewählt und über viele Wochen geprobt. Acht Schülerinnen der ESM, unter der Leitung von dem Pantomime- und Theaterexperten, Herrn Jean-Marie Bottequin, und unterstützt von den Lehrerinnen Frau Filtri und Frau De Stefano, studierten Clownerie für die gemeinsame Vorstellung in Landshut ein. Andere Schulen übernahmen den Part des Pferdetheaters, der Zauberei oder der Zirkusmusik. Vor Ort boten Lehrkräfte der verschiedenen Schulen Workshops an. An vier Vormittagen konnten die Teilnehmer in gemischten Schülergruppen Akrobatik, Jonglieren, Zauberei und Pantomime erlernen oder bereits vorhandene Kenntnisse vertiefen.

Unter dem Motto “Together for Nature” fand vom 20.9. bis 25.9.2009 das Plato-Projekt („Kooperation über Grenzen“) in Sibiu (Hermannstadt/Rumänien) statt. Die Europäischen Schulen München und Karlsruhe, das Hans Leinberger Gymnasium Landshut, das Institut Sacre-Coeur, das Collegiul National Georghe Lazar, das Lieceul de Arta und die Odsherreds Schule nahmen mit jeweils acht Schülern teil.

Um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf die aktuelle Umweltsituation zu lenken, führte jede Gruppe im Voraus eine Feldstudie durch. Die Schüler der Europäischen Schule München beschäftigten sich mit dem Thema "Luftverschmutzung" und erforschten, wie diese anhand von Flechten gemessen werden kann.

Das Projekttreffen im Schuljahr 2010/11 fand vom 11. bis 16. Oktober 2010 in dem Gymnasium Sacré-Cœur (in Pressbaum in der Nähe von Wien) statt. Acht Schülerinnen und Schüler der ESM, unter Leitung von Frau Scheiber, leisteten dort bei dem zum wiederholten Mal stattfindenden Symposium „Europa tanzt“ mit zwei bayrischen Volkstänzen ihren Beitrag zur Verbreitung und Popularität dieser einheimischen Tanzstile. In den Workshops studierten sie eine Vielzahl von modernen und traditionellen Tanz-Genres ein. Dazu gehörten „Dänische Quadrille“, „Line Dance“, „Jazz-Dance“, „Streetdance“, „Salsa“ und „Bachata“. Die neuerworbenen tänzerischen Fähigkeiten konnten dann in festlicher Atmosphäre beim großen Abschlussball am letzten Abend unter Beweis gestellt werden. Trotz der tagesfüllenden Workshops kam auch Sightseeing nicht zu kurz, etwa ein Besuch des zum UNESCO-Welterbe zählenden Benediktinerklosters Stift Melk, eine luftige Donaubootsfahrt und eine Stadtbesichtigung Wiens.

Neue Lernorte bieten neue Lernchancen. Durch die Kombination aus Tanz, Bewegung und kultureller Erfahrung können neue Fähigkeiten entwickelt und das Gemeinschaftsgefühl über die Grenzen der eigenen Schulmauern hinweg entscheidend gestärkt werden.

Das Projekttreffen im Schuljahr 2011/12 unter dem Motto „Kunst in Europa“ fand vom 14. bis 18. November 2011 in dem Odsherred Gymnasium in Dänemark statt. Am Morgen des 13. November wurden die rumänischen Gruppen bei ihrem Zwischenstopp in München mit einem Frühstück in der ESM begrüßt. Danach fand eine kleine Stadtrundfahrt durch München statt, bei der Frau Scheiber die Führung über den Marienplatz und durch das Rathaus übernahm. Die Schnelltour Münchens endete mit einem von Frau Krüger geleiteten Rundgang durch die „Pinakothek der Moderne“.

Nach einer langen nächtlichen Busfahrt erreichten am Montagmorgen die sieben Schülerinnen und Schüler der ESM, in Begleitung der Kunstlehrerin Frau Krüger, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern ihr Ziel: Asnæs in Dänemark. Untergebracht bei dänischen Gastfamilien, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler während der Projektwoche täglich in den verschiedenen Workshops mit einer Vielzahl von kreativen und gestalterischen Arbeiten – etwa mit Fotomontage, Film, Graffiti, abstrakten Bildern, farbigen Skulpturen, anti-Märchen Bildern und Masken-Anfertigung. Die Schüler arbeiteten sehr engagiert und hatten jede Menge Spaß am gemeinsamen künstlerischen Prozess. Die fertigen Werke konnten dann in festlicher Atmosphäre bei der großen Abschlussausstellung am letzten Tag zur Schau gestellt werden. Auch die ehemalige Projektleiterin der ESM, Frau Mertz, die ebenfalls anwesend war, freute sich sichtlich über den Erfolg des Projektes.

Trotz der tagesfüllenden Workshops gab es noch Zeit für einen Spaziergang am lokalen Strand und einen Besuch in Kopenhagen, wo unter anderem die kleine Meerjungfrau von H.C. Andersen besichtigt und das Schloss der dänischen Königin bewundert wurde. Grenzüberschreitende Kunstprojekte dieser Art leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von kreativen Prozessen und zur interkulturellen Kooperation. Die Kombination aus schöpferischer Tätigkeit und kultureller Zusammenarbeit fördert das Entstehen eines gemeinsamen, europäischen Kulturraums und bietet Orte der Begegnung und des Dialogs.

Seit Gründung von PLATO - „Kooperation über Grenzen“ - erweist sich das Projekt als ein sehr großer Erfolg. Die Begeisterung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ist am Ende immer so grenzenlos, dass sich alle wünschen, die „Kooperation“ erstrec ke sich nicht nur über Grenzen von Ländern, sondern kön ne auch zeitlich in die Länge gedehnt werden! Seit 15 Jahren entstehen durch das Plato-Projekt bleibende Freundschaften über Grenzen hinweg. Jedes Treffen trägt wesentlich zur friedlichen Völkerverständigung unter Europäern bei.

 Friends Across Borders Magazin