| Theatrespektakel (Theater - Respekt - Spektakel) |
| Projektkoordination: Luciana Filtri, Iris Krause, Régine Wengeler und Holger Lindemann |
Das Theatrespektakel ist ein internationales Jugendtheaterfestival, das seit 2006 in der kleinen Stadt Langenau bei Ulm stattfindet. Die Europäische Schule München (ESM) ist seit Anbeginn dabei. Das Theatrespektakel wurde von den italienischen Regisseuren Marco Pejrolo und Davide di Palo konzipiert und wird von ihnen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Initiativen aus der Stadt Langenau und Umgebung organisiert. Die koordinierenden Lehrer der Europäischen Schule München sind Luciana Filtri, Régine Wengeler und Holger Lindemann sowie die Erziehungsberaterin Iris Krause. |
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Inhaltliche Arbeit zum Thema Respekt und Toleranz steht am Anfang eines jeden neuen Theaterprojekts
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Beim ersten Theatrespektakel im Jahre 2007 präsentierte die Europäische Schule München das Theaterstück „Smack“, das die ESM-Schüler unter Anleitung von Marco Pejrolo und Davide di Palo selbst entwickelt hatten. In dem Stück geht es darum, wie außerirdische Wissenschaftler vom Planeten Smack die tragikomische Kehrseite unser Zivilisation kennen lernen. In verschiedenen Szenen werden alltägliche Erfahrungen von Gewalt, Respektlosigkeit und Intoleranz dargestellt. |
| Gruppenfoto nach dem Auftritt mit „Smack“ auf dem Theatrespektakel 2007 | |
Beim zweiten Theatrespektakel im Jahre 2008 entwickelten die Schüler der ESM zusammen mit Schülern der Friedrich-Schiller-Realschule aus Langenau unter Anleitung von Marco Pejrolo und Davide di Palo das gemeinsame Projekt „Talg Show“. Die Mediensatire entlarvt, wie zynische Fernsehprogramme die Schicksale einzelner Menschen für ihre Zwecke ausbeuten und dabei so tun, als würden sie sich für die Betroffenen einsetzen. |
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Außerirdische in „Smack“ amüsieren sich über irdische Umgangsformen |
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Ganz zum Schluss fallen alle Masken und erst dann erkennt der Zuschauer, dass ihm die herzzerreißenden Schicksale von bezahlten Darstellern nur vorgespielt wurden. Ähnlichkeiten zu aktuellen Talk- und Gerichtshows sind nicht zufällig, sondern beabsichtigt.
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„Talg Show“: Billiges Programm auf Kosten so genannter Streber |
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| Am dritten Theatrespektakel, das vom 14. bis zum 18. November in Langenau stattfand, nahmen 21 Schüler der 2. und 3. Klassen der Höheren Schule verschiedener Abteilungen unter Begleitung der Lehrkräfte Frau Filtri, Frau Wengeler und Herrn Lindemann teil. Es entstand unter dem Titel „ESM/FSR“ eine Showdie den gemeinsamen Arbeitsprozess reflektierte. |
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Proben zu „Talg Show“: Regisseur Marco Pejrolo erarbeitet mit einer Kamerafrau die Szene. |
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Es wurde sich öffentlich kostümiert, es wurde sich mit der verletzenden, aber auch heilenden Kraft der Worte auseinandergesetzt. Außerdem stellten sich die Schulen in kleinen Szenen gegenseitig vor. Die einzelnen Elemente wurden durch ausströmende und kommentierende Reporter zusammengehalten. Außerdem wurde viel gesungen und noch mehr, zum Teil sehr akrobatisch, getanzt, bevor sich alles in einer riesigen Party unter Mitwirkung des Publikums auflöste. |
| Noch sitzt man sich gegenüber: Erster gemeinsamer Workshop mit den Langenauer Schülern bei uns in München (bisher letztes Projekt 2009/2010) | |
Nach dem großen Erfolg auf dem internationalen Schülertheaterfestival "Theatrespektakel" in Langenau im November 2009, gab es am 24. und 25. Februar 2010 dann nach einer dreimonatigen Pause noch zwei Aufführungen für unsere Schule. Die Europahalle war brechend voll und es herrschte eine tolle Atmosphäre, insbesondere weil sich das Publikum bei den Tanzdarbietungen so richtig mitreißen ließ. |
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Schüler der ESM und der Friedrich-Schiller-Realschule (FSR) aus Langenau befragen beim ersten gemeinsamen Workshop im März 2009 Passanten |
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Auch in diesem Schuljahr läuft wieder ein neues gemeinsames Projekt mit der Friedrich-Schiller-Realschule aus Langenau, an dem überwiegend Schüler der 2. und 3. Klassen aus allen Sprachabteilungen teilnehmen. Bisher haben beide Schulen getrennt geprobt. Die Regisseure Marco Pejrolo und Davide di Palo haben nicht nur als Spielleiter, sondern auch als Briefträger fungiert. |
| Der Spiegel: Eine theaterpraktische Übung aus dem Workshop, bei der die Bewegung des einen vom anderen gespiegelt wird, wurde als Gruselnummer ins Theaterstück „ESM/FSR“, das den gemeinsamen Arbeitsprozess der beiden Schulen widerspiegelt, übernommen | |
Mit kleinen Filmen wurde die jeweils andere Schule über die Arbeit an der Partnerschule informiert. Und es wurde an mehreren Nachmittagen und Wochenenden stets konzentriert gearbeitet. Nach weiteren Proben waren die Langenauer am Wochenende vom 7. – 9. Oktober 2011 bei uns zu Gast. Vom 21. – 23. Oktober 2011 fuhren wir dann zum diesjährigen Theatrespektakel nach Langenau. |
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Rhythmische Redaktionskonferenz zu Beginn der Aufführung auf dem Theatrespektakel 2009: Hier wird im Rhythmus fotografiert |
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Ziele des Theatrespektakels |
| Energiegeladener Tanz: Weiße Handschuhe leuchten im Schwarzlicht | |
Die Regisseure sind dabei nicht nur an der Aufführung interessiert, sondern achten auch auf eine Kultur des Zuhörens und des möglichst vor- und werturteilsfreien Umgangs miteinander. Die Schüler lernen, dass sie alle gleichermaßen wichtig und verantwortlich für das Theaterstück sind, egal ob sie eine große oder eine kleine Rolle spielen: Die Ensembleleistung zählt. Nebenbei wird auch die Fremdsprachenkompetenz gestärkt, weil Schüler aller Sprachabteilungen miteinander arbeiten und in der Regel auf Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch kommuniziert wird. |
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Eröffnung der Aufführung von „ESM/FSR“ bei uns in München mit rhythmischer Redaktionskonferenz: Das Telefon gibt den Rhythmus vor |
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Die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Realschule |
| Öffentliches Kostümieren: Man schlüpft vor dem Publikum in eine andere Rolle („ESM/FSR“, Theatrespektakel 2009) | |
Doch zum „Theatrespektakel“ im März 2008 wohnten die ESM-Schüler die ganze Festivalwoche bei den Langenauer Schülern. Tiefe Freundschaften entwickelten sich und es gab rührende Abschiedsszenen am Bahnhof. Kurze Zeit später wurde die „Talg Show“ in drei Aufführungen auch der ESM-Schulöffentlichkeit präsentiert, und die Langenauer Schüler waren zu Gast in den Familien in München. Seit 2009 werden bereits die gemeinsamen Proben mit gegenseitigen Übernachtungen verbunden. So entsteht hoffentlich noch schneller ein intensives Zusammengehörigkeitsgefühl. |
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Die inhaltliche Arbeit am Thema „Respekt und Toleranz“ wird während der Workshops und auf dem Festival „Theatrespektakel“ groß geschrieben |
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Die Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Realschule erwies sich aus vielerlei Gründen als Glücksfall. Es stellte sich sehr bald heraus, dass die Schüler beider Schulen schnell in Kontakt miteinander kamen und Freundschaften schlossen. Das Verbindende der Jugendlichen aus allen europäischen Ländern ist offenbar größer als das Trennende. Gut, dass es die Schüler beider Schulen in so jungen Jahren erfahren können, sodass sich Vorurteile, besonders über nationale, soziale und finanzielle Unterschiede, gar nicht erst festsetzen können. |
| Das Theatrespektakel-Team (von links nach rechts): Wilmar Jakober, Manuela Fritschi (wegen Schulwechsel inzwischen nicht mehr dabei) , Marco Pejrolo, Régine Wengeler, Holger Lindemann, Davide di Palo und Luciana Filtri | |
Die pädagogische Zusammenarbeit steht auch unter einem guten Stern. Die Friedrich-Schiller-Realschule richtet seit Jahren Klassen mit Theaterschwerpunkt ein, was von den dortigen Eltern gefordert und vielseitig unterstützt wird. Der Lehrer-Kollege Wilmar Jakober führt diese Klassen und setzt sich weit über das normale Maß hinaus für die Theaterarbeit an der Schule, das „Theatrespektakel“ und die Zusammenarbeit mit der Europäischen Schule München ein. |
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Marco Pejrolo arbeitet mit Schülern (Probenfotos kurz vor der Uraufführung von „Talg Show“ auf dem „Theatrespektakel“ 2008 in Langenau) |
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Zwischen ihm und unseren betreuenden Lehrern, die sich neben ihrem Deputat ehrenamtlich für das Projekt einsetzen, hat sich schnell ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Zu danken ist auch der Schulleitung der Höheren Schule, die das Projekt tatkräftig unterstützt und die Mittel für die professionelle Arbeit der italienischen Regisseure bereitstellt. |
| Nicht nur auf dem „Theatrespektakel“, sondern auch in einer Projektwoche im Herbst 2007 wurde sich intensiv mit dem Thema „Respekt und Toleranz“ auseinander gesetzt | |
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